Haltungsbericht:
Babycurus gigas (Kraepelin, 1894)
Während der B. jacksoni der bekannteste Vertreter ist, stellt Babycurus gigas das obere Ende der Gattung dar. Er macht seinem Namen alle Ehre und ist ein Muss für jeden Liebhaber afrikanischer Buthidae, die Wert auf Größe und eine prachtvolle Optik legen.
1. Charakteristik & Biologie
- Herkunft: Zentral- und Ostafrika (u.a. Kamerun, DR Kongo, Tansania). Bewohner feucht-warmer Waldgebiete.
- Größe: Mit bis zu 10–12 cm Gesamtlänge deutlich massiger und größer als B. jacksoni.
- Optik: Kräftiges Rostbraun bis Kastanienbraun. Auffällig sind die kräftigen Pedipalpen und das robuste Metasoma im Vergleich zu kleineren Gattungsvertretern.
- Verhalten: Lauerjäger, aber bei Störung sehr flink. Im Vergleich zu anderen Buthiden sind sie oft standorttreuer, nutzen aber jede Klettermöglichkeit.
2. Das perfekte Setup (Terrarium)
Da B. gigas größer wird, braucht er auch etwas mehr Raum als der Standard-Buthide:
- Terrariengröße: Mindestens 30 x 30 x 30 cm für ein adultes Tier.
- Bodengrund: Ein gemischter Boden aus Waldhumus und etwas Lehmanteil (ca. 8-10 cm hoch). Der Boden muss feuchtigkeitsspeichernd sein.
- Einrichtung: Da sie im natürlichen Habitat oft unter loser Rinde oder in Baumspalten leben, sind hochkant aufgestellte Korkrinden ideal. Moos (z. B. Sphagnum) hilft, die Feuchtigkeit in den Verstecken zu halten.
3. Parameter & Klima
- Temperatur: Tagsüber 26°C – 29°C, punktuell bis 31°C. Nachts Absenkung auf ca. 20°C – 22°C.
- Luftfeuchtigkeit: Konstant hoch bei 70% – 80%. Einmal täglich oder alle zwei Tage sprühen (Staunässe im Bodenbereich jedoch vermeiden, gute Belüftung ist wichtig!).
- Besonderheit: B. gigas reagiert empfindlicher auf zu trockene Haltung als manche Wüstenarten. Eine Trinkschale sollte immer vorhanden sein.
4. Fütterung & Giftigkeit
- Nahrung: Er ist ein sehr guter Fresser. Adulte Tiere bewältigen problemlos große Grillen, Wanderheuschrecken oder Schaben (Dubia).
- Gift: Vorsicht geboten! Wie alle Buthidae besitzt B. gigas ein potentes Gift. Aufgrund der Größe des Tieres ist auch die injizierte Giftmenge nicht zu unterschätzen. Pinzettenarbeit ist obligatorisch.
Mein persönliches Fazit zu der Art:
"Der Babycurus gigas ist für mich der 'König der Rostbraunen'. Wer das Verhalten von Babycurus schätzt, aber mehr Masse im Terrarium sehen will, kommt an dieser Art nicht vorbei. Aber Achtung: Die Geschwindigkeit täuscht über die Größe hinweg – beim Umsetzen immer hochkonzentriert bleiben!"