Hadogenes Haltungsbericht | skorpione.eu

Haltungsbericht: Hadogenes Kraepelin, 1894 (Flache Felsenskorpione)

Die Gattung Hadogenes Kraepelin, 1894 (Familie Hormuridae) umfasst die wohl ungewöhnlichsten und imposantesten Skorpione der Terraristik. Diese Tiere haben im Laufe der Evolution eine so extreme Anpassung an ihren Lebensraum durchlaufen, dass sie optisch kaum noch an klassische Skorpione erinnern. Ob die bekannten Riesen wie Hadogenes troglodytes oder die auf Plattformen wie iNaturalist häufig dokumentierten Hadogenes granulatus – sie alle teilen die faszinierende Lebensweise in den engsten Felsspalten des südlichen Afrikas. Für Liebhaber von kargen, natürlichen Felslandschaften im Terrarium ist diese Gattung das absolute Highlight.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet der Gattung erstreckt sich primär über das südliche Afrika (darunter Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe).

Dort leben sie streng lithophil (felsbewohnend) in extrem trockenen, ariden bis semi-ariden Savannen und Halbwüsten. Sie besiedeln sogenannte „Koppies“ (isolierte Felsformationen) und verbringen fast ihr gesamtes Leben in hauchdünnen Spalten zwischen massiven Gesteinsblöcken. Der Fels dient ihnen als Festung gegen Fressfeinde und als thermischer Puffer gegen die gleißende Hitze des Tages und die Kälte der Nacht.

Merkmale und extreme Anpassung

  • Anatomie (Die Fels-Anpassung): Der gesamte Körper von Hadogenes, vom Carapax bis zu den flachen, breiten Scherenhänden (Pedipalpen), ist extrem dorsoventral abgeflacht. Sie wirken förmlich plattgedrückt, was es ihnen ermöglicht, in Spalten zu schlüpfen, die nur wenige Millimeter hoch sind.
  • Größe: Viele Vertreter der Gattung gehören zu den längsten Skorpionen der Welt und können Gesamtlängen von 15 bis über 20 cm erreichen.
  • Geschlechtsdimorphismus: Die Geschlechter lassen sich bei adulten Tieren leicht unterscheiden. Männchen (♂) besitzen ein extrem in die Länge gezogenes, fast unproportional wirkendes Metasoma (Schwanz), während der Schwanz der Weibchen (♀) deutlich kürzer und gedrungener ist.

Haltung im Terrarium

Das Fels-Setup (Trockenterrarium)

Ein gewöhnliches Wüstenterrarium mit viel offener Sandfläche wird diesen Tieren nicht gerecht. Sie benötigen zwingend ein spezialisiertes Felsenterrarium.

  • Terrariengröße: Für ein adultes Einzeltier ist eine Grundfläche von mindestens 60 x 30 x 30 cm erforderlich.
  • Bodengrund: Ein grabfähiges, extrem fest aushärtendes Sand-Lehm-Gemisch ist ideal, auch wenn die Tiere selbst kaum aktiv graben. Wichtig: Verwende unter keinen Umständen Kokoshumus oder lockere Walderde. Feuchtes, faseriges Substrat entspricht nicht dem natürlichen Habitat und führt bei diesen trockenheitsliebenden Tieren unweigerlich zu gefährlichen Pilzinfektionen (Mykosen) am Bauchpanzer.
  • Einrichtung (Das Wichtigste): Das Terrarium muss mit zahlreichen, flach übereinandergestapelten Steinplatten (z. B. Schiefer) strukturiert werden. Die Spalten müssen extrem eng sein. Ein Hadogenes fühlt sich erst dann sicher, wenn sein Rücken und sein Bauch gleichzeitig den Stein berühren. Achtung: Da diese Tiere beachtliche Kräfte entwickeln können, müssen alle Steinaufbauten im Terrarium zwingend mit Aquariensilikon verklebt werden, um ein Einstürzen zu verhindern!

Klima (Temperatur & Feuchtigkeit)

  • Temperatur: Tagsüber sind Temperaturen von 28 °C bis 32 °C ideal. Ein lokaler Sonnenplatz (eine vom Spot angestrahlte Schieferplatte) darf 35 °C erreichen. Nachts ist eine deutliche Absenkung auf Zimmertemperatur (20 °C bis 22 °C) wichtig für den Biorhythmus.
  • Luftfeuchtigkeit: Die Haltung erfolgt sehr trocken bei 40–50 % rF. Eine winzige, flache Wasserschale in einer kühleren Ecke reicht aus. Ein minimaler Sprühstoß alle paar Wochen in eine Ecke des Terrariums genügt völlig.

Verhalten und Ernährung

  • Verhalten: Hadogenes sp. sind extrem ruhige und standorttreue Lauerjäger. Sie verlassen ihre schützenden Felsspalten meist nur nachts, und selbst dann oft nur teilweise. Bei Bedrohung verlassen sie sich auf ihre harte Panzerung und klemmen sich unverrückbar in den Felsspalten fest.
  • Ernährung & Stoffwechsel: Passend zu ihrer lethargischen Lebensweise besitzen diese Skorpione einen extrem langsamen Stoffwechsel. Sie benötigen sehr wenig Nahrung. Adulte Tiere können problemlos Monate ohne Futter auskommen. Gefüttert wird sehr sparsam mit adulten Grillen, Heuschrecken oder Schaben (ca. alle 3 bis 4 Wochen). Überfütterung ist einer der häufigsten Haltungsfehler bei dieser Gattung.

Giftigkeit

Als Vertreter der Familie Hormuridae verfügt die Gattung Hadogenes über ein sehr schwaches Gift, das für gesunde Menschen völlig ungefährlich ist. Da der Schwanz aufgrund der extremen Abflachung oft kaum noch flexibel über den Rücken geführt werden kann, setzen die Tiere ihren Stachel zur Verteidigung so gut wie nie ein. Sie verteidigen sich stattdessen durch kräftiges Zukneifen mit den Scheren. Dennoch ist beim Hantieren mit den Tieren oder im Terrarium stets Vorsicht und der Einsatz einer Pinzette geboten.

-->  Haltungsbericht zu   <--
-->  Haltungsbericht zu   <--

Die hier aufgeführten Informationen basieren auf langjährigen Erfahrungswerten sowie sorgfältiger Recherche und wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Da jedes Tier und jede Haltung individuell ist, dienen diese Inhalte als Orientierungshilfe. Eine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte kann jedoch nicht übernommen werden. Die Umsetzung der Tipps erfolgt stets in Eigenverantwortung des Halters.

MarKas-Krabbeltiere supported by www.skorpione.eu

Startseite          Abgabeseite      

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.