Pandinurus exitialis Haltung | skorpione.eu

Haltungsbericht: Pandinurus exitialis (Pocock, 1888)

Mit Pandinurus exitialis (Pocock, 1888) holst du dir einen äußerst robusten und wehrhaften Vertreter der afrikanischen Trockensavannen ins Terrarium. Wie alle Arten der Gattung Pandinurus wurde auch dieses Tier lange Zeit in der Sammelgattung Pandinus (als Pandinus exitialis) geführt. Dieser historische Umstand ist extrem wichtig: Im Gegensatz zum feuchtigkeitsliebenden Kaiserskorpion (Pandinus imperator) ist Pandinurus exitialis ein absoluter Trockenheitskünstler. Wer dieses Tier in einem nassen Regenwald-Setup pflegt, riskiert unweigerlich den Verlust des Skorpions durch Pilzinfektionen (Mykosen).

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Pandinurus exitialis erstreckt sich über das trockene Horn von Afrika und angrenzende ostafrikanische Staaten (darunter Äthiopien, Somalia, Sudan, Eritrea, Dschibuti und das nördliche Kenia).

Dort bewohnen sie extrem karge, heiße Lebensräume wie Trockensavannen, Halbwüsten und lichte Dornbuschwälder. Die Tiere sind strikt bodenbewohnend (terrestrisch) und leidenschaftliche Gräber (fossorisch). Um der gleißenden Sonne und der enormen Mittagshitze zu entkommen, graben sie tiefe Wohnröhren in das harte, steinige Erdreich oder nutzen tiefe Spalten unter massiven Steinblöcken und umgestürzten Akazienbäumen.

Merkmale und Erscheinungsbild

  • Größe: Pandinurus exitialis ist ein wuchtiger, schwerer Skorpion. Adulte Exemplare erreichen eine beachtliche Gesamtlänge von 10 bis 12 cm.
  • Körperbau: Typisch für die Familie Scorpionidae besitzt die Art ein enormes Waffenarsenal in Form von gewaltigen, sehr breiten und stark granulierten Scherenhänden (Pedipalpen). Das Metasoma (der Schwanz) ist kräftig, wirkt im Verhältnis zu den Scheren aber fast schon gedrungen.
  • Färbung: Die Grundfarbe ist meist ein tiefes Dunkelbraun, Schokoladenbraun oder Kastanienbraun. Die Beine und das Telson (Giftblase) sind oft leicht heller abgesetzt (gelblich bis hellbraun).

Haltung im Terrarium

Das Trockensavannen-Setup (Feucht-Trocken-Gefälle)

Das Terrarium muss zwingend ein arides (trockenes) Klima mit tiefen Grabungsmöglichkeiten aufweisen.

  • Terrariengröße: Für ein adultes Einzeltier ist eine Grundfläche von mindestens 60 x 30 x 30 cm erforderlich. Die Höhe wird benötigt, um ausreichend Bodengrund einzufüllen.
  • Bodengrund (Essenziell): Um dem natürlichen Grabtrieb gerecht zu werden, muss das Substrat mindestens 10 bis 15 cm hoch eingefüllt werden. Verwende ausschließlich ein grabfähiges, extrem fest aushärtendes Sand-Lehm-Gemisch.
  • Warnung: Verwende niemals Kokoshumus, reine Kokosfasern oder feuchte Blumenerde! Solche Substrate stürzen beim Höhlenbau ein, stauben im trockenen Zustand extrem und verursachen tödliche Staunässe, wenn sie gegossen werden.
  • Einrichtung: Strukturiere die Oberfläche spartanisch mit trockenen Savannenhölzern, Rindenstücken und flachen Steinen. Wichtig: Alle schweren Steine und Hölzer müssen zwingend auf der gläsernen Bodenplatte aufliegen. Gräbt der Skorpion sie an, darf ihn das Gewicht nicht erdrücken.

Klima (Temperatur & Feuchtigkeit)

  • Temperatur: Die ostafrikanische Heimat ist unbarmherzig heiß. Tagsüber sind Temperaturen von 28 °C bis 32 °C im Terrarium ideal. Unter einem lokalen Spotstrahler auf einer Schieferplatte können es punktuell gerne 35 °C sein. Nachts wird die Heizung abgeschaltet, sodass eine natürliche Absenkung auf Zimmertemperatur (ca. 20 °C bis 22 °C) erfolgt.
  • Luftfeuchtigkeit: Das Terrarium wird grundsätzlich sehr trocken bei 40–50 % rF gehalten. Das Geheimnis einer erfolgreichen Häutung liegt im Substrat: Die Oberfläche bleibt knochentrocken, aber etwa alle 2 Wochen wird eine kleine Ecke des Terrariums gegossen, damit in den tiefen Bodenschichten (wo das Tier seine Höhle hat) eine minimale, kühle Restfeuchte herrscht. Eine saubere, flache Trinkschale ist ein Muss.

Verhalten und Vergesellschaftung

  • Temperament: Pandinurus exitialis ist kein Kuscheltier. Im Gegensatz zu vielen echten Pandinus-Arten sind diese Savannenbewohner deutlich nervöser, defensiver und wehrhafter. Bei Bedrohung gehen sie blitzschnell in eine imposante Drohhaltung und setzen ihre massiven Scheren ein.
  • Gruppenhaltung: Durch die hohe innerartliche Aggressivität, territoriale Ansprüche und den extrem ausgeprägten Kannibalismus (besonders während der Häutung) ist von einer Gruppenhaltung strengstens abzuraten. Die Tiere müssen strikt einzeln gehalten werden!
  • Ernährung: Als kräftige Jäger bewältigen sie große Futtertiere mühelos. Adulte Wüstenheuschrecken, große Schaben (z. B. Blaptica dubia) oder Grillen eignen sich hervorragend. Eine Fütterung im Rhythmus von 10 bis 14 Tagen ist für adulte Tiere vollkommen ausreichend.

Giftigkeit

Als Vertreter der Scorpionidae verfügt Pandinurus exitialis über ein sehr schwaches Gift, das für gesunde, erwachsene Menschen medizinisch absolut ungefährlich ist (die Wirkung ist oft geringer als die eines Bienenstichs). Das Tier verlässt sich bei der Verteidigung fast ausschließlich auf die rohe, mechanische Kraft seiner gewaltigen Scheren. Diese können enorm stark zukneifen und sehr schmerzhafte Quetschungen bis hin zu blutigen Wunden verursachen. Jeglicher Kontakt mit den Händen ist zu vermeiden. Arbeiten im Terrarium werden stets konzentriert und mit einer langen Pinzette durchgeführt.

Zucht

Die Nachzucht ist im Terrarium möglich, erfordert aber Fingerspitzengefühl beim Zusammensetzen der Partner (Paarungstanz). Nach einer Tragzeit von mehreren Monaten gebiert das Weibchen lebende Junge (Instar 1), die weißlich gefärbt sind und die ersten Tage auf dem Rücken der Mutter verbringen. Sobald sie sich zu Instar 2 gehäutet haben und den Rücken verlassen, müssen sie sofort separiert werden, da die Mutter oder die Geschwister sie sonst als Futter ansehen.

Die hier aufgeführten Informationen basieren auf langjährigen Erfahrungswerten sowie sorgfältiger Recherche und wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Da jedes Tier und jede Haltung individuell ist, dienen diese Inhalte als Orientierungshilfe. Eine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte kann jedoch nicht übernommen werden. Die Umsetzung der Tipps erfolgt stets in Eigenverantwortung des Halters.

MarKas-Krabbeltiere supported by www.skorpione.eu

Startseite          Abgabeseite       

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.