Centruroides edwardsii

Haltungsbericht: Centruroides edwardsii (Gervais, 1843) – Mittelamerikanischer Rindenskorpion

Mit Centruroides edwardsii (Gervais, 1843) (aufgrund eines historischen Tippfehlers in der Erstbeschreibung seltener auch Centruroides edwarsi geschrieben) pflegt man einen optisch beeindruckenden und sehr agilen Rindenskorpion. Die globale Taxonomie-Datenbank GBIF (Species ID 8215216) führt die Art offiziell unter diesem Namen. Wie die Gattungskollegen gehört auch diese Art zur Familie der Buthidae und fasziniert durch ihre kletterfreudige, baumbewohnende Lebensweise.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Centruroides edwardsii erstreckt sich primär über Mittelamerika und den Norden Südamerikas. Die Tiere sind in Ländern wie Mexiko, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica sowie in Kolumbien beheimatet.

In ihrem Habitat bewohnen sie tropische Trockenwälder ebenso wie feuchtere Regenwaldgebiete. Als typische arboricole (baumbewohnende) Art verbringen sie den Großteil ihres Lebens in der Vertikalen. Man findet sie unter loser Baumrinde, in Astgabeln, Epiphyten oder tiefen Spalten großer Bäume. Auch diese Art gilt in vielen Regionen als Kulturfolger und wird regelmäßig an Hauswänden oder in Schuppen gesichtet.

Merkmale und Erscheinungsbild

  • Größe: Centruroides edwardsii gehört zu den mittelgroßen bis großen Vertretern der Gattung. Adulte Weibchen erreichen eine Körperlänge von ca. 7 bis 9 cm. Die Männchen wirken durch ihr extrem verlängertes Metasoma (Schwanz) deutlich gestreckter und können Gesamtlängen von bis zu 12 cm erreichen.
  • Färbung: Die Grundfarbe des Körpers variiert von einem satten Gelbbraun bis zu dunkleren Brauntönen. Charakteristisch sind oft dunklere, symmetrische Längsstreifen auf dem Mesosoma (Rückenplatte) sowie eine dunklere Maskierung im Kopfbereich (Carapax). Die Laufbeine und Scherenhände sind meist merklich heller gefärbt, was den Tieren ein sehr kontrastreiches Aussehen verleiht.
  • Körperbau: Typisch für die Gattung ist der extrem grazile Bau mit sehr schmalen, langgezogenen Scherenhänden (Pedipalpen).

Haltung im Terrarium

Das Setup (Hochterrarium)

Ein horizontales Standardterrarium wird den Bedürfnissen dieser kletternden Art nicht gerecht. Zwingend erforderlich ist ein Hochterrarium, da sich die Tiere fast ausschließlich im oberen Bereich der Einrichtung aufhalten.

  • Terrariengröße: Für die Einzelhaltung eines Tieres ist ein Hochterrarium ab 20 x 20 x 30 cm geeignet. Für die Pflege einer Gruppe sollte das Terrarium mindestens die Maße 40 x 30 x 40 cm aufweisen.
  • Bodengrund: Eine Mischung aus grabfähiger Walderde und etwas Sand hat sich bestens bewährt. Wichtig: Verwende niemals Kokoshumus oder Kokosfasern. Die feinen, zähen Fasern stellen ein erhebliches Verletzungsrisiko dar, da sich die Extremitäten der Skorpione darin verfangen können.
  • Einrichtung: Die Rück- und Seitenwände sollten vollständig mit Naturkorkplatten verkleidet werden, um die nutzbare Kletterfläche zu maximieren. Das Innere des Terrariums wird mit senkrecht und diagonal verkeilten Korkrindenstücken, Ästen und flachen Schieferplatten strukturiert. Eine kleine, flache und kippsichere Wasserschale komplettiert das Setup.

Klima (Temperatur & Feuchtigkeit)

Aufgrund des mittelamerikanischen Ursprungs benötigt die Art ein warmes, moderat feuchtes Klima.

  • Temperatur: Tagsüber sind Temperaturen von 28 °C bis 31 °C optimal. Eine nächtliche Absenkung auf Zimmertemperatur (ca. 20 °C bis 22 °C) ist für den natürlichen Rhythmus wichtig.
  • Luftfeuchtigkeit: Die relative Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber bei 55–70 % liegen. Dies wird erreicht, indem eine Ecke des Bodengrundes permanent leicht feucht (nicht nass!) gehalten wird. Ein regelmäßiges, leichtes Überbrausen der Einrichtung am Abend simuliert den tropischen Taufall, den die Skorpione aktiv zur Flüssigkeitsaufnahme nutzen.

Verhalten, Gruppenhaltung & Fütterung

  • Sozialverhalten: Wie viele andere Centruroides-Arten besitzt auch Centruroides edwardsii im adulten Stadium eine moderate innerartliche Toleranz. Eine Gruppenhaltung ist bei einem ausreichenden Angebot an Kletter- und Versteckplätzen sowie einer lückenlosen Futterversorgung möglich. Dennoch bleibt ein Restrisiko für Kannibalismus bestehen. Wichtig: Jungtiere sollten bis zum Erreichen des subadulten Stadiums strikt einzeln aufgezogen werden, da die Ausfälle bei der gemeinsamen Aufzucht während der Häutungsphasen extrem hoch sind.
  • Aktivität: Die Art ist strikt nachtaktiv und zeigt nach dem Erlöschen der Beleuchtung ein sehr agiles Jagd- und Erkundungsverhalten. Sie sind extrem flinke Läufer – beim Öffnen des Terrariums ist daher höchste Vorsicht geboten.
  • Ernährung: Als Futtertiere eignen sich alle gängigen Insekten in passender Größe (mittlere Heimchen, Grillen, Heuschrecken oder Schaben). Adulte Tiere werden alle 10 bis 14 Tage gefüttert.

Warnung zur Giftigkeit

Als Mitglied der Familie der Buthidae verfügt Centruroides edwardsii über ein potentes neurotoxisches Gift. Ein Stich ist außerordentlich schmerzhaft und geht mit starkem lokalen Brennen, Schwellungen und Taubheitsgefühlen einher. Systemische Reaktionen (wie Kreislaufbeschwerden oder Atembeschwerden) können je nach Konstitution des Betroffenen nicht ausgeschlossen werden. Diese Art gehört keinesfalls in Kinderhände und erfordert im Handling Routine und den konsequenten Einsatz von langen Pinzetten!

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Die hier aufgeführten Informationen basieren auf langjährigen Erfahrungswerten sowie sorgfältiger Recherche und wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Da jedes Tier und jede Haltung individuell ist, dienen diese Inhalte als Orientierungshilfe. Eine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte kann jedoch nicht übernommen werden. Die Umsetzung der Tipps erfolgt stets in Eigenverantwortung des Halters.

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